Inland

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat sich heute in einer öffentlichen Verhandlung mit der Messengerüberwachung beschäftigt. FPÖ und Grüne hatten sich mit einer Drittelbeschwerde an das Höchstgericht gewandt, um die von der Regierung beschlossene Regelung zu kippen.

Das Gesetz komme mit „massiven Grundrechtseingriffen“ daher und sei so nicht tragbar, sagte Anwalt Michael Rohregger. Es handle sich um eine „bislang unvergleichlich invasive Maßnahme“.

DSN-Leiterin sieht „unbedingte Erfordernis“

Die Leiterin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Sylvia Mayer, sprach hingegen von der „unbedingten Erfordernis“, die Ermittlungsmöglichkeiten auszudehnen. Es gebe fundamentale Bedrohungen für die Sicherheit im Land, dagegen müsse der Verfassungsschutz vorgehen.

Die Kommunikation erfolge heute fast ausschließlich über Messengerdienste, so Mayer. Darauf müsse man reagieren. Entsprechende Lösungen würden existieren und seien technisch umsetzbar.

Die zwölf anwesenden Richterinnen und Richter des VfGH interessierten sich in ihren Nachfragen u. a. für konkrete rechtliche Grundlagen der Maßnahmen. Mit den Antworten der Regierungsvertreter und -vertreterinnen schienen sie nicht immer zufrieden. Auch technische Grundlagen, Daten- und Rechtsschutz waren Thema.

Die Standesvertretungen von Richterinnen, Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten haben Protest gegen die ausbleibende Personalaufstockung in der Justiz angekündigt.

In einer „Aktionswoche für den Rechtsstaat“ soll von 12. bis 16. Oktober auf die Überlastung der Justiz und deren Auswirkungen auf den Rechtsstaat aufmerksam gemacht werden.

In dieser Zeit werden keine Verhandlungen geführt, keine Entscheidungen ausgefertigt und keine Amtstagstermine vergeben. Ausgenommen seien dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten.

Gewählt worden sei das Datum bewusst, weil die Justiz bis Ende Oktober ihr rechnerisches Arbeitspensum für das gesamte Jahr 2026 bereits erbracht habe. Ab diesem Zeitpunkt wird laut den Standesvertretungen Arbeit erbracht, für die die erforderlichen Planstellen nicht vorhanden sind.

Sporrer zeigt Verständnis

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) reagierte mit Verständnis auf das Anliegen der Standesvertretungen, verwies aber auf die schwierigen wirtschaftlichen Gegebenheiten. Angesichts derer sei es keine Selbstverständlichkeit, dass es zumindest zu keiner Kürzung bei den Planstellen komme.

Viel Kritik muss die Regierung in der Begutachtung für ihre Maßnahmen zur Budgetsanierung einstecken. Am Einhalten der Sparpläne Zweifel hat die Nationalbank (OeNB).

Angesichts der Kostenentwicklung bei Pensionen und Zinsen bestehe „ein erhebliches Risiko“, dass das Ziel der Verringerung des Budgetdefizits bis 2028 auf drei Prozent des BIP nicht erreicht werden könne, heißt es in der Begutachtungsstellungnahme der OeNB zum Budgetbegleitgesetz.

Arbeitnehmer und Dienstgeber uneins

Die für eine nachhaltige Konsolidierung notwendigen – insbesondere ausgabenseitigen, strukturellen – Reformen fehlten, meinte die Wirtschaftskammer. Die Industriellenvereinigung befand, dass die vorgesehenen Maßnahmen nahezu ausschließlich auf der Einnahmenseite ansetzten.

Anders sieht das der ÖGB. Eine Vielzahl an Maßnahmen betreffe Personen mit niedrigem Einkommen, eine Einführung von gerechten Steuerbeiträgen von Millionenvermögen und -erbschaften finde hingegen de facto keine Beachtung, und große Konzerne leisteten vergleichsweise geringe Beiträge. Von der Arbeiterkammer hieß es, dass strukturelle vermögensbezogene Reformen weiter ausblieben.

Zufrieden ist die Dienstgeberseite, was die Senkung der Lohnnebenkosten angeht. Für den ÖGB ist die Senkung der FLAF-Beiträge hingegen sehr kritisch zu bewerten, umso mehr, als die Familienleistungen neuerlich nicht valorisiert würden. Dass künftig auch für ältere Arbeitnehmer Beiträge zum FLAF zu zahlen sein werden, stößt auf breite Ablehnung.

Ärger in Sachen Körperschaftssteuer

Weiters ärgern sich die Dienstgeber über steuerliche Maßnahmen: Die negativen Effekte einer Erhöhung der Körperschaftssteuer auf BIP-Wachstum, Beschäftigtenzahlen und Investitionen seien hinlänglich bekannt, so die IV. Die Wirtschaftskammer nennt die Maßnahme „standortpolitisch schädlich, systematisch problematisch und fiskalisch nicht überzeugend“.

Eingeschränkt wird die Möglichkeit zum vollständigen Lukrieren des Familienbonus plus bei größeren Kindern, wenn nicht beide Eltern entsprechend beschäftigt sind. Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gibt – ebenso wie die IV – zu bedenken, dass mit der Differenzierung die bestehende Komplexität der Regelung weiter erhöht werde.

Dass den Pensionisten die Teuerung nicht ganz abgegolten wird, stört den Seniorenrat, der auch die Senkung der Notstandshilfe kritisch sieht. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst wendet sich wiederum gegen die Senkung der maßgeblichen Grenze für die Zahlung eines Pensionssicherungsbeitrags von bisher 150 auf künftig 100 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage.

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hat ihre Pläne zur einmaligen Amnestierung von rund 500 Häftlingen konkretisiert.

Im Entwurf des Ressorts werden drei Gruppen von Insassen vorgeschlagen, die je nach Höhe der verhängten Haftstrafe unterschiedlich strenge Voraussetzungen erfüllen müssen, berichtete der „Kurier“ gestern. Profitieren könnten dabei auch Personen mit einer unbedingten Strafe von bis zu fünf Jahren.

Die ÖVP hatte zuletzt Skepsis gegenüber dem Vorhaben gezeigt. Doch wird nicht unbedingt damit gerechnet, dass die Volkspartei die Maßnahme blockieren wird, hat doch Klubchef Ernst Gödl nur vor „Schnellschüssen“ gewarnt und um eine Konkretisierung der Pläne ersucht.

Gesetzesbeschluss im Herbst

Tatsächlich wird es ein Gesetz brauchen, um die Amnestierung, die als Einmalaktion angelegt ist, umzusetzen. Geht alles nach Plan, soll dieses im Herbst beschlossen werden – wie auch andere Maßnahmen zur Entlastung der Justizanstalten wie eine Ausweitung des Modells „Haft in der Heimat“. Konkrete Pläne dazu sollen noch diese Woche den Ministerrat passieren.

Von der Amnestie ausgenommen sein sollen Personen, die wegen schwerer Gewaltverbrechen, Sexualverbrechen, Terrorismus und staatsfeindlicher Verbindungen sowie Delikten nach dem Verbotsgesetz verurteilt sind. Gleiches gilt für gefährliche Rückfalltäter.

Entlassung etwa „bei Wohlverhalten“

Bei jenen, die vorzeitig entlassen werden könnten, unterscheidet man zwischen drei Gruppen. Zunächst geht es um Insassen, die zu einer unbedingten Haftstrafe von bis zu neun Monaten verurteilt wurden. „Bei Wohlverhalten“ sollen sie schon nach drei Monaten entlassen werden können.

Die zweite Gruppe sind Häftlinge mit bis zu 18 Monaten unbedingt. Diese können nach sechs Monaten entlassen werden, wenn sie sich „durch anstandslose Vollzugslockerungen wie Ausgänge bewährt haben“. Schließlich kommen noch Insassen mit einer unbedingten Strafe von bis zu fünf Jahren infrage. Sie könnten nach der Halbzeit frei kommen.

Ausland

Vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit China hat Taiwan ein fünftägiges Manöver begonnen. Laut Taiwans staatlicher Nachrichtenagentur CNA rückten Kampfeinheiten landesweit zu festgelegten Verteidigungsstellungen aus, um sich auf die Abwehr einer möglichen Invasion vorzubereiten.

APA/AFP/Cna/Matt Yu

Gestern hatte das Verteidigungsministerium des 23,5 Millionen Einwohner zählenden Landes mitgeteilt, die Übung sei Teil des jährlichen Trainingsprogramms. Die Truppen übten in realistischen Szenarien, um Führung, Koordination, Logistik, Einsatzbereitschaft und Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.

Das Manöver folgt auf eine großangelegte Schießübung am 10. Juni, bei der die Armee im zentraltaiwanischen Taichung entlang der westlichen Küste, die China zugewandt ist, Raketen- und Panzerabwehrraketen abfeuerte.

Die Spannungen in der Region rühren daher, dass Peking Taiwan als Teil des chinesischen Staatsgebiets betrachtet und die Insel an sich binden will, wenn nötig auch mit einer Invasion.

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen.

Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politikneuling setzte sich bei der Stichwahl knapp gegen den linken Senator Ivan Cepeda durch, wie aus offiziellen Wahlergebnissen hervorging. De la Espriella kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent.

APA/AFP/Juan Barreto

Damit vollzieht das von Gewalt geplagte südamerikanische Land einen scharfen Rechtsruck. Der linke Amtsinhaber Gustavo Petro konnte nicht erneut antreten.

Der 47-jährige Anwalt de la Espriella will bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierung. Der Rechtsaußen-Kandidat, der sich selbst „Der Tiger“ nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen.

China hat im Streit über Technologie- und Handelsbeschränkungen Vergeltungsmaßnahmen gegen insgesamt 56 US-Unternehmen ergriffen. Das Handelsministerium in Peking teilte heute mit, zehn mit dem US-Militär verbundene Firmen seien auf eine Exportkontrollliste gesetzt worden. Zudem wurden gegen 46 weitere US-Unternehmen Maßnahmen ergriffen.

Das Vorgehen sei eine Reaktion auf die „böswillige Praxis“ der US-Regierung und diene der Wahrung der nationalen Sicherheit.

Zu den zehn auf der Exportkontrollliste geführten Unternehmen gehören der Motorenhersteller Aveox sowie die Firmen MP Materials und USA Rare Earth, Produzenten von Seltenerdmetallten. Chinesischen Exporteuren ist es ab sofort untersagt, diesen Firmen „Dual-Use-Güter“ zu verkaufen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Laufende Exportgeschäfte müssten umgehend gestoppt werden.

Die Sanktionen des Finanzministeriums gegen die 46 anderen US-Firmen zielen dagegen auf den Import ab: Chinesischen Käufern ist es nun verboten, Produkte dieser Hersteller zu erwerben. Ausgenommen davon sind in China tätige Unternehmen mit US-Kapital.

Reaktion auf US-Liste

Die Regierung in Washington hatte vor zwei Wochen ihrerseits mehrere chinesische Konzerne auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die nach US-Einschätzung das Militär in Peking unterstützen. Davon betroffen sind der E-Commerce-Riese Alibaba, der Suchmaschinenbetreiber Baidu und die Autokonzerne BYD und NIO.

Mit einem eintägigen Warnstreik haben Tausende Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Medien in Tschechien gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren protestiert. Zahlreiche Sendungen wie die Nachrichten begannen heute im Fernsehen jeweils mit einer einminütigen Verspätung. Viele Moderatoren trugen demonstrativ schwarze Trauerkleidung.

IMAGO/CTK Photo/Katerina Sulova

Auf den Onlineseiten, in den sozialen Medien und im Videotext hatte das Angebot einen geringeren Umfang als üblich. Im Laufe des Tages sind weitere Aktionen geplant.

Geplantes Ende der Rundfunkgebühren

Das rechte Kabinett hatte vor einer Woche die Abschaffung der Rundfunkgebühren beschlossen. Das Parlament muss dem noch zustimmen. Die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender sollen künftig direkt aus dem staatlichen Haushalt finanziert werden. Sie sollen zudem deutlich weniger Geld erhalten als bisher.

Kritiker und Kritikerinnen sehen in dem Schritt einen Angriff auf die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien. Der rechte Kulturminister Oto Klempir warf den streikenden Beschäftigten hingegen vor, es gehe ihnen nicht um Werte, sondern nur ums Geld. In Tschechien regiert eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis und zwei Kleinparteien am rechten Rand des politischen Spektrums.

Auch der liberale Präsident Petr Pavel äußerte sich jüngst kritisch zu der geplanten Medienreform, weil das bisherige System gut funktioniere.

EU

Die Rechtsaußen-Parlamentsfraktion Patrioten für Europa (PfE) soll nach den Ergebnissen einer internen Prüfung der Parlamentsverwaltung EU-Mittel illegal verwendet haben.

Es geht um rund 277.000 Euro in der zweiten Hälfte des Jahres 2024, wie aus Unterlagen hervorgeht, die der dpa vorliegen. Die PfE, der auch die FPÖ angehört, verstieß laut Bericht insbesondere gegen Vorschriften zu Spenden und Vergabeverfahren.

So seien beispielsweise Gelder an einen Verein zur Förderung des Futsals (Hallenfußball) auf Martinique und einen Quad-Verein auf Guadeloupe geflossen. Die PfE wird vom französischen Rassemblement National (RN) dominiert und von Marine Le Pens politischem Ziehsohn Jordan Bardella geführt.

Fraktion äußerte sich bisher nicht

In den Unterlagen wird von der Verwaltung angegeben, dass die PfE-Fraktion bereits Konsequenzen gezogen und in ihrem Finanzbericht für 2025 eine Rückstellung für die beanstandeten Ausgaben gebildet habe. Im nächsten Schritt muss der Haushaltskontrollausschuss des EU-Parlaments über eine Reaktion abstimmen. Das könnte am Mittwoch geschehen.

Die Verstöße seien kein Versehen, sagte der deutsche Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund, der Mitglied im Haushaltskontrollausschuss ist. Die Rückzahlung des Geldes sei nicht genug: Die Europäische Staatsanwaltschaft solle ermitteln und klären, was genau mit dem Geld passiert ist. Es müsse wirksame Sanktionen gegen die Verantwortlichen geben.

Die PfE-Fraktion – mit 85 Abgeordneten im Europäischen Parlament derzeit drittstärkste Fraktion – äußerte sich nicht zu den festgestellten Verstößen.

Krieg in Nahost

US-Präsident Donald Trump hat sich erbost über eine Analyse der „New York Times“ gezeigt, wonach der von ihm befohlene Krieg gegen den Iran letztlich fast nichts gebracht habe.

Er verwies gestern auf seiner Plattform Truth Social unter anderem auf die Erfolge im Kampf gegen das iranische Militär, die wirtschaftliche Lage im Iran und die Tatsache, dass die Straße von Hormus offen sei.

Trump bezeichnete die Berichterstattung der Zeitung als „verräterisch“ und kündigte an, seine bestehende Klage gegen die „New York Times“ um diese Aspekte zu erweitern. Die Zeitung sei „korrupt“, behauptete er.

„NYT“: USA stehen schlechter da als zuvor

In der Analyse der Zeitung wird argumentiert, dass Trump die Öffnung der Straße von Hormus als Erfolg verkaufe, obwohl deren Schließung erst durch den von ihm befohlenen Krieg ausgelöst worden sei. Zudem habe es im Iran zwar Personalwechsel gegeben, aber das Machtsystem der Islamischen Republik sei intakt und durch den Krieg vermutlich sogar gestärkt.

Die Zukunft des Atomprogramms des Iran – das Trump als Grund für den Krieg angeführt hatte – sei weiterhin unklar, heißt es in der Analyse weiter. Der Iran wiederum habe sich mit dem Rahmenabkommen die Aussicht auf Sanktionserleichterungen und wirtschaftliche Hilfen gesichert. In der Summe stünden die USA nun schlechter da als vor dem Krieg.

Ukraine-Krieg

Wegen des Anflugs zahlreicher Drohnen sind die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau kurzzeitig geschlossen worden. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte heute auf Telegram, es seien 59 Drohnen abgefangen worden. Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden.

Der Flugverkehr in den Hauptstadtflughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski sei vorübergehend eingestellt worden, teilte die Luftfahrtbehörde mit.

Sobjanin machte zwar keine Angaben darüber, woher die Drohnen kamen. Die Ukraine richtet aber immer wieder Drohnen gegen Russland als Vergeltung für russische Luftangriffe auf ukrainische Städte. In der Früh erklärten die russischen Behörden, die Moskauer Flughäfen seien wieder geöffnet.

Ukraine: Mehrere Tote nach russischen Angriffen

In der Ukraine wurden nach Angaben der Behörden bei russischen Drohnenangriffen mehrere Menschen getötet. In der nordukrainischen Region Sumy starben ein 13-Jähriger, sein Vater und seine Großmutter, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In Saporischschja starb eine Frau infolge eines russischen Drohnenangriffs, wie Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.

Außerdem wurde ein Mann bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getötet. Bei dem Todesopfer handle es sich um den ägyptischen Koch des unter der Flagge Panamas fahrenden Schiffes, teilte der ukrainische Vizeregierungschef Olexij Kuleba mit.

Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilte Gouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.

Wirtschaft

Die Spritpreise in Österreich nähern sich wieder dem Preisniveau vor Ausbruch des Iran-Krieges an. Gestern kostete Benzin im landesweiten Mittel 1,614 Euro je Liter und Diesel 1,685 Euro, geht aus Daten der E-Control hervor.

In der Woche vor Beginn des Nahost-Krieges kostete Benzin 1,52 Euro pro Liter und Diesel 1,57 Euro. Am Höhepunkt der Preisrallye Ende März lag der österreichweite Medianwert für Benzin bei rund 1,9 Euro und für Diesel bei rund 2,2 Euro.

ÖAMTC-Kritik an Aufschlägen

Der Mobilitätsclub ÖAMTC forderte eine schnellere Weitergabe der gesunkenen Ölpreise an die Autofahrer und Autofahrerinnen. „Zwar hat man in den vergangenen Wochen deutliche Preisrückgänge an den Zapfsäulen gesehen, gleichzeitig sind aber weiterhin deutlich höhere Aufschläge je Liter Kraftstoff auf den Liter Erdöl im Vergleich zur Zeit vor dem Iran-Krieg zu beobachten“, hieß es vom ÖAMTC auf APA-Anfrage.

Verantwortlich für diese Aufschläge sind aus Sicht des ÖAMTC die internationalen Notierungen für Diesel und Benzin, die von den heimischen Anbietern als Referenzpreise herangezogen werden. Der ÖAMTC fordert schon seit Längerem eine Untersuchung und stärkere Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super.

Chronik

Bei einem Schusswaffenangriff in einer Schule auf den Philippinen sind nach Angaben der Polizei mindestens drei Schüler getötet worden. Fünf weitere Jugendliche seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Die beiden mutmaßlichen Schützen im Alter von 14 und 15 Jahren hätten „wahllos“ in der Schule um sich geschossen und seien festgenommen worden.

APA/AFP/Noel Sianosa

Der Vorfall ereignete sich gegen 9.00 Uhr (Ortszeit, 3.00 Uhr MESZ) an der Oberschule San Jose in der Stadt Tacloban in der zentralen Provinz Leyte. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt.

Das philippinische Bildungsministerium sprach in einer Erklärung von einer „Situation mit hoher Alarmstufe“. Die Regierung stehe „in enger Abstimmung mit den Schulbehörden und den Strafverfolgungsbehörden, um das Gelände zu sichern“.

Gesundheit

Gut einen Monat nach Beginn des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik (DR) Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 1.000 gestiegen.

Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa von heute sind unter den 1.003 bestätigten Fällen in drei Provinzen des Landes insgesamt 254 Ebola-Tote. Damit liegt die Todesfallquote bei rund 25 Prozent. Wie das Ministerium weiter mitteilte, gelten 100 Menschen als genesen. Derzeit werden 365 Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt, hieß es.

Auch Erkrankte in Uganda

Seit Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai waren zudem im Nachbarland Uganda 19 Menschen an Ebola erkrankt und zwei von ihnen an der hochgefährlichen Krankheit gestorben. Die Fälle standen im Zusammenhang mit dem Ausbruch in der DR Kongo.

Derzeit werden den Angaben zufolge 58 Prozent der Kontakte von bestätigten Fällen nachverfolgt. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten.