Krieg in Nahost

US-Geheimdienste gehen laut einem Bericht des Senders CNN davon aus, dass der Iran künftig jederzeit die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus blockieren könnte. Das habe Teheran während des jüngsten Konflikts mit den USA und Israel bewiesen, berichtete CNN heute unter Berufung auf mehrere mit den Einschätzungen vertraute Personen.

Laut CNN hätten amerikanische Geheimdienste ihre Bewertung der Fähigkeiten des Iran nach den Ereignissen der vergangenen Wochen angepasst. Die Führung in Teheran habe erkannt, dass sie mit einer Sperrung der Meerenge erheblichen Druck auf die Weltwirtschaft ausüben könne. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Transportwege für Öl und Gas weltweit.

CNN: Iran weiter mit starken militärischen Fähigkeiten

Laut CNN kamen die Geheimdienste zudem zu dem Schluss, dass der Iran weiterhin über erhebliche militärische Fähigkeiten verfüge, darunter Raketen, Drohnen und Schnellboote, die für eine Blockade eingesetzt werden könnten.

Die USA und der Iran wollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Freitag eine Vereinbarung unterzeichnen, die die vollständige Wiederöffnung der Meerenge ermöglichen soll. Trump sagte auf dem G-7-Gipfel im französischen Evian, die Route sei bereits teilweise wieder geöffnet. Schiffe könnten die Passage wieder nutzen.

Nach CNN-Informationen befürchten US-Behörden jedoch, dass der Iran die Kontrolle über die Wasserstraße künftig erneut als Druckmittel einsetzen könnte. Dem Bericht zufolge prüfen die Geheimdienste außerdem die Möglichkeit, dass Teheran im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen die verbündete Huthi-Miliz im Jemen dazu bewegen könnte, auch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren.

Das Weiße Haus und das Büro der US-Geheimdienstkoordinatorin äußerten sich laut CNN zunächst nicht zu dem Bericht.

Laut US-Präsident Donald Trump gehen die Verhandlungen mit dem Iran in eine zweite Phase. Diese Phase werde laut Trump einfacher. Die USA würden jedoch kein Geld im Iran investieren, sagte er am Rande des G-7-Gipfels in Frankreich. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi sprach in Teheran von einer neuen Verhandlungsrunde ab Freitag.

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran soll nun in einem Luxushotel am Vierwaldstättersee unterzeichnet werden und nicht wie ursprünglich angekündigt in Genf.

Von iranischer Seite nehme Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed-Bagher Ghalibaf an den Gesprächen am Freitag teil, hieß es aus Teheran. Von US-Seite soll Vizepräsident JD Vance an Ort und Stelle sein, hatte Trump gesagt.

Ölverkauf Teil des Abkommens

Einem Medienbericht zufolge erlauben die USA in dem Abkommen dem Iran den sofortigen Verkauf von Öl und Kraftstoffen. Die Regelung umfasse auch Dienstleistungen in den Bereichen Banken, Transport und Versicherungen, um die Geschäfte zu erleichtern, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider.

Die USA und der Iran hatten sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt und nach US-Angaben bereits digital unterzeichnet. Der iranische Außenminister erklärte, dass das Ziel der neuen Verhandlungen sei, nach dem offiziellen Inkrafttreten eines Interimsabkommens eine endgültige Einigung zu erzielen.

Inland

NEOS hat heute ein Modell für eine Reform des Präsenzdienstes vorgestellt. Es orientiert sich stark an skandinavischen Modellen und setzt in erster Linie auf Freiwilligkeit, wie zunächst die „Kronen Zeitung“ (Onlineausgabe) berichtete. Wie Generalsekretär Douglas Hoyos auf APA-Anfrage ausführte, soll das Bundesheer eine gewisse Zahl an Grundwehrdienern definieren, die es brauche.

Erst wenn sich hier nicht genug Bewerber fänden, würden weitere Rekruten einberufen. Hier gibt es unterschiedliche Modelle, nach welchen Kriterien diese verpflichteten Personen ausgewählt werden könnten.

Vorbild Schweden

Sinnvoll erschiene Hoyos das schwedische Modell, wo man die Präsenzdiener nach ihren Qualifikationen aussucht. Eine Stellung soll es nämlich weiterhin für alle jungen Männer geben, bei der sie sich auch schon für bestimmte Aufgabenbereiche melden könnten. Zu dieser inklusive Gesundheitscheck sollen auf freiwilliger Basis auch Frauen eingeladen werden, denen dann zusätzlich entsprechende Informationen über das Bundesheer zugänglich gemacht würden.

Die Dauer des Präsenzdienstes wäre länger als die derzeitigen sechs Monate. In Schweden geht das laut Hoyos je nach Waffengattung von zwölf Monaten aufwärts. Dazu kämen verpflichtende Übungen.

Unterschiedliche Vorschläge

Dieser Vorschlag ist Teil der Verhandlungen in der Koalition über die Reform von Präsenz- und Zivildienst. Die ÖVP präferiert das von der Expertenkommission vorgeschlagene Modell, das eine Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate plus zwei Monate Übungen vorsieht, wobei der Zivildienst ein Jahr dauern würde.

Die SPÖ hatte zuletzt als Kompromiss die Idee eingebracht, den Präsenzdienst bei sechs Monaten zu belassen, aber zwei Monate an verpflichtenden Übungen zu ergänzen. Beim Zivildienst würde der neue Modus acht Monate plus ebenfalls zwei Monate Übungen lauten.

Wie Hoyos betonte, seien die genauen Modalitäten Teil von Verhandlungen – ebenso wie die Frage, ob im Übergang zu solch einem Modell Anpassungen bei den Milizübungen sinnvoll sein könnten.

Die Gehälter der Spitzenpolitikerinnen und -politiker im Bund sollen nächstes Jahr um ein Prozent steigen. Einen entsprechenden Antrag haben die Koalitionsparteien vergangene Woche im Nationalrat eingebracht. Indem die Bezüge nicht voll an die Inflation angepasst werden, leiste die Politik einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung, heißt es in der Begründung.

Es handelt sich um die erste Anpassung nach drei Nulllohnrunden, teilte die Parlamentskorrespondenz heute mit.

Betroffen sind Bundespräsident, Kanzler, Vizekanzler, die Mitglieder der Bundesregierung inklusive Staatssekretärinnen und -sekretäre sowie Nationalrats- und Bundesratsabgeordnete. Auch die Bezüge der Rechnungshof-Präsidentin sowie der dreiköpfigen Volksanwaltschaft sollen um ein Prozent steigen. Über die Erhöhung von Politikerbezügen auf Landesebene entscheiden die Länder, sie orientieren sich dabei häufig am Bund.

Politikergehälter haben an Wert verloren

Die Politikergehälter des Bundes sind in einer Bezügepyramide festgelegt. Grundsätzlich ist gesetzlich eine jährliche Valorisierung vorgesehen. Weil in den vergangenen Jahren aber immer wieder Nulllohnrunden oder Erhöhungen unter der Inflation beschlossen worden waren, haben die Politikergehälter seit ihrer Einführung 1997 stark an Wert verloren.

In den vergangenen drei Jahren wurden die Bezüge der Regierung und des Bundespräsidenten gar nicht erhöht, für die Abgeordneten von National- und Bundesrat gab es 2024 eine Erhöhung um die Hälfte der Inflationsrate.

Im Regierungsprogramm haben sich ÖVP, SPÖ und NEOS auf den Start eines Prozesses zur Reformierung der Politikerbezüge verständigt. Gar nicht erhöht werden in den nächsten beiden Jahren außerdem die Parteien-, Klub- und Akademieförderungen.

Den Budgeteinsparungen könnten künftig kleinere Bezirksgerichte zum Opfer fallen. Die Maßnahme wurde zuletzt mehrfach kolportiert, unter anderem berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ über Verhandlungen in diese Richtung. Gegenüber der APA bestätigte das Büro der zuständigen Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) heute die Gespräche innerhalb der Koalition.

„Eine finale Einigung oder Standortliste liegt nicht vor und ist noch Gegenstand von Verhandlungen“, wurde auch betont. Aus Sicht des Justizministeriums wären Einsparungen von reinen Standortkosten in der Höhe von etwa drei Millionen Euro jährlich möglich.

„Es werden alle Arbeitsplätze innerhalb der Justiz erhalten bleiben, da die Mitarbeiter:innen von den aufnehmenden Bezirksgerichten übernommen werden“, wurde in der schriftlichen Stellungnahme versichert. Damit würde „Qualität und Umfang“ der angebotenen Serviceleistungen bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung bewahrt.

16 Standorte zur Diskussion

Laut der Tageszeitung stünden österreichweit 16 Standorte zur Diskussion. In Tirol betroffen seien Silz, Rattenberg, Landeck und Telfs. Laut „Kleiner Zeitung“ würden in Kärnten Eisenkappel, Ferlach und Hermagor von den Einsparungen getroffen werden.

Weitere drei Standorte stünden in der Steiermark zur Diskussion, zwei in Niederösterreich und dem Burgenland und einer in Vorarlberg. Ausgenommen von den Kürzungsplänen seien Oberösterreich, Salzburg und Wien.

Ausland

Matrosen an Bord einer russischen Fregatte haben heute laut Medienberichten Warnschüsse auf eine zivile Jacht im Ärmelkanal abgegeben. Die Jacht habe sich zuvor der Fregatte genähert, sagte eine mit dem Vorfall vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Regierungsinsider sagte der BBC, es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Moskau bestätigte den Zwischenfall.

Die Jacht setzte ihre Fahrt nach einem Kontrollbesuch eines Beibootes der „HMS Tyne“ der britischen Royal Navy wie geplant fort. Es wird davon ausgegangen, dass ein weiteres britisches Kriegsschiff, die „HMS Mersey“, das russische Schiff zum Zeitpunkt des Vorfalls überwachte, wie es hieß.

Moskau bestätigt Vorfall

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte später den Vorfall. Die Jacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die Distanz zunehmend verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern habe der Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben.

Am Sonntag hatte das britische Militär einen mit Sanktionen belegten Öltanker der russischen „Schattenflotte“ im Ärmelkanal geentert. Es war der erste Einsatz dieser Art, der darauf abzielt, russische Einnahmen aus Ölgeschäften zu unterbinden, mit denen die Regierung in Moskau ihren Krieg in der Ukraine finanziert.

Aus britischen Verteidigungskreisen hieß es, zwischen dem Vorgehen gegen den Tanker und den Warnschüssen werde kein Zusammenhang gesehen.

Der französische Inlandsgeheimdienst beendet seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen US-Tech-Unternehmen Palantir. „Wir können im digitalen Bereich keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren“, sagte Premierminister Sebastien Lecornu heute in einem in Onlinediensten verbreiteten Video. Lecornu kündigte an, Frankreich werde 655 Millionen Euro in die Entwicklung eines eigenen Systems investieren, das auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhe.

Frankreich dürfe nicht vom „guten Willen bestimmter Partner“, die in der Lage seien, den Zugang zu KI-Anwendungen zu sperren, abhängen, sagte Lecornu. Die Entscheidung des Inlandsgeheimdienstes DGSI, seinen Vertrag mit Palantir zu beenden, erfolgte kurz nachdem das US-Unternehmen Anthropic auf Anordnung der Behörden für Nicht-US-Bürger den Zugriff auf seine beiden leistungsstarken KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 gesperrt hatte.

Chapsvision als neuer Partner

Lecornu kündigte an, dass Frankreich bei der Entwicklung eigener Systeme mit dem französischen Unternehmen Chapsvision zusammenarbeiten will. Chapsvision erklärte, dass sich künftig „zahlreiche Behörden – nicht nur das Innenministerium“ – auf die eigenen Dienste stützen würden. Berichten zufolge soll auch der deutsche Verfassungsschutz mit Chapsvision zusammenarbeiten.

Palantir sieht Vertrag weiter in Kraft

Palantir wiederum teilte mit, der Vertrag mit dem Inlandsgeheimdienst bleibe „in vollem Umfang in Kraft“. Das Unternehmen werde die französische Regierung weiterhin da unterstützen, „wo seine Lösungen benötigt werden“.

Palantir ist auf Datenanalyse und KI spezialisiert und zählt neben Unternehmen auch Regierungen zu seinen Kunden. Mitgegründet wurde Palantir vom deutschstämmigen Tech-Milliardär Peter Thiel, der ein wichtiger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump ist. Die Palantir-Software vereinheitlicht Daten und macht diese sofort analysefähig. Dabei kommt KI zum Einsatz.

Der umstrittene Ballsaal von US-Präsident Donald Trump neben dem Weißen Haus wird laut einem Bericht deutlich teurer als bisher bekannt und dürfte die Steuerzahler ziemlich belasten. Die „Washington Post“ berichtete heute, die Baufirma beziffere die Kosten inzwischen auf 600 Millionen Dollar (517 Mio. Euro), das ist dreimal so viel, wie von Trump ursprünglich angegeben.

Der Präsident hatte behauptet, das Projekt sei für die Steuerzahler kostenfrei und werde vollständig durch ihn selbst und Sponsoren finanziert. Laut dem Pressebericht geht aus Unterlagen der Baufirma Clark Construction vom März aber hervor, dass die Trump-Regierung die Hälfte der 600 Millionen Dollar aus Steuermitteln begleichen will.

Reuters/Kylie Cooper

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte der „Washington Post“: „Präsident Trump und großzügige amerikanische Patrioten finanzieren den Ballsaal mit rund 400 Millionen Dollar, wodurch ein sicherer und angemessener Veranstaltungsort für Präsidenten für kommende Generationen geschaffen wird.“ Zu Fragen nach Steuermitteln und den mutmaßlich steigenden Kosten nahm der Sprecher keine Stellung.

Von Trump renoviertes Wasserbecken von Algen befallen

Auch in der Nähe des Weißen Hauses, beim Lincoln-Denkmal, will Trump optische Erneuerung. Er ließ das Becken davor, den Reflecting Pool, entleeren und den grauen Boden mit blauer Farbe streichen. Trump nannte die Farbe „Amerika-Flaggen-Blau“. Das Becken ist aber nun von Algen befallen und schimmert grün.

Reuters/Jessica Koscielniak

Auch hier hatten Denkmalschützer protestiert. Presseberichten zufolge kostete der neue Anstrich 14,2 Millionen Dollar und damit fast zehnmal so viel wie von Trump angegeben.

Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotritsch hat eine drei Jahrzehnte alte Vereinbarung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde für beendet erklärt. „Ich habe das Hebron-Abkommen aufgehoben“, schrieb Smotritsch heute in einem Post auf der Plattform X. Das israelische Außenministerium dementierte das kurze Zeit später: „Entgegen der Aussage des Finanzministers wurde das Hebron-Abkommen nicht aufgehoben.“

Das Sicherheitskabinett habe vor Monaten eine Entscheidung getroffen, die sich ausdrücklich auf Zuständigkeiten im Bereich Planung und Bau im jüdischen Viertel in Hebron sowie auf jüdische Stätten beziehe. „Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem es jahrelang keinerlei Zusammenarbeit seitens der Stadtverwaltung von Hebron in diesen Angelegenheiten gegeben hatte.“ Ansonsten gebe es keine Änderungen.

Smotritsch hatte geschrieben, dass zahlreiche Befugnisse in der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland und an den dortigen heiligen Stätten, darunter auch die Patriarchengräber, nicht länger bei der palästinensischen Stadtverwaltung von Hebron lägen, „sondern wieder vollständig in die Verantwortung des Staates Israel zurückkehren“.

Abbas: „Schwerwiegende Folgen“

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warnte nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA vor „schwerwiegenden Folgen“ der Entscheidung. Auch die israelische Organisation Peace Now kritisierte die Entscheidung als „gefährlichen und verantwortungslosen Schritt eines gescheiterten Politikers“.

Das Hebron-Abkommen war 1997 unter der Vorgängerregierung von Benjamin Netanjahu vereinbart worden, der damals ebenfalls Ministerpräsident war. Es sah unter anderem die Teilung der Stadt vor.

Danach kontrollierte Israel weiter ein Fünftel der Stadt, um mehrere hundert zumeist radikale jüdische Siedlerinnen und Siedler zu schützen. Insgesamt leben in der Stadt nach Schätzungen rund 200.000 Palästinenserinnen und Palästinenser.

Ukraine-Krieg

Bei russischen Luftangriffen im Süden und Osten der Ukraine sind den ukrainischen Behörden zufolge heute mindestens acht Menschen getötet worden.

Bei einer Drohnenattacke auf ein Auto in der Region Dnipropetrowsk habe es drei Todesopfer gegeben, erklärte der örtliche Gouverneur Olexandr Hanscha. Die russische Armee habe mit Drohnen Zivilisten und Zivilistinnen angegriffen, die „auf einer Straße unterwegs waren“.

Beim Beschuss von Wohngebieten in der Stadt Slowjansk in der Region Donezk kamen drei weitere Menschen ums Leben, wie der dortige Bürgermeister Wadym Liatsch mitteilte.

Zwei weitere Tote gab es laut Behördenangaben durch Drohnenbeschuss in der südlichen Region Cherson. Hier seien weitere 16 Menschen verletzt worden.

Auch Angriffe am Wochenende

Bei heftigen russischen Angriffen waren erst in der Nacht von Sonntag auf gestern in der Ukraine mindestens elf Menschen getötet worden.

EU

Die Umsetzung der Zollvereinbarung zwischen der EU und den USA aus dem vergangenen Jahr hat die letzte politische Hürde genommen: Das Europaparlament stimmte heute in Straßburg dafür, europäische Zölle auf US-Industriewaren wie Autos und Maschinen zeitweise abzuschaffen.

Der Rat der EU-Länder muss nun formal grünes Licht geben, das dürfte vor einer von US-Präsident Donald Trump gesetzten Frist am 4. Juli abgeschlossen sein.

Die Zollabschaffung soll mit Inkrafttreten des Gesetzes greifen und am 31. Dezember 2029 auslaufen. Sie ist das Kernstück der Vereinbarung zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump vom vergangenen August. Der US-Präsident versprach im Gegenzug, auf die meisten EU-Produkte maximal einen Zoll von 15 Prozent zu erheben.

Das Europaparlament hat ein Verbot von Anwendungen beschlossen, mit denen Nutzerinnen und Nutzer mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) sexualisierte Bilder von Menschen ohne deren Zustimmung erstellen können.

Die Abgeordneten stimmten heute in Straßburg für die Gesetzesänderung, die ab dem 2. Dezember gelten soll. Sie ist Teil einer breiteren Reform der europäischen KI-Regeln.

Skandal in Musks Chatbot Grok

Die EU reagiert damit unter anderem auf Vorfälle vom Anfang des Jahres, als Nutzerinnen und Nutzer mit Hilfe des Chatbots Grok von US-Milliardär Elon Musk Millionen sexualisierte KI-Bilder von Frauen und Kindern erstellten und online verbreiteten. Mehrere Länder sowie die EU-Kommission leiteten Ermittlungen gegen Grok ein, einige sperrten den Chatbot.

KI-Regeln sollen einfacher umsetzbar werden

Das Verbot der Anwendungen ist Teil des heute beschlossenen KI-Omnibus, der nach Angaben der EU die Regeln des EU-KI-Verordnung einfacher umsetzbar machen soll.

Parlament und Mitgliedsstaaten einigten sich etwa darauf, Regeln für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in „Hochrisiko“-Bereichen wie Sicherheitsbehörden und Gesundheitssystemen zu verschieben. Der Maschinenbau wird von einer Reihe von Regeln für den Einsatz von KI ausgenommen. Der Rat der 27 EU-Länder muss die Reform noch absegnen, das gilt aber als Formsache.

Wirtschaft

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat heute mit Oliver Schütz einen neuen Kovorstand für die Doppelspitze der Finanzmarktaufsicht (FMA) nominiert. Schütz ist aktuell Bereichsleiter Bankenabwicklung in der FMA und soll per 1. November Helmut Ettl an der FMA-Spitze ersetzen, wie die OeNB in einer Aussendung schreibt.

Ettl, der die Behörde zurzeit zusammen mit Kovorständin Mariana Kühnel leitet, soll im Herbst als Exekutivdirektor zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechseln.

Das FMA-Gesetz sieht vor, dass jeweils ein Kovorstand vom Finanzminister und einer von der OeNB nominiert wird. Im Fall der Ettl-Nachfolge ist die OeNB am Zug. Inwiefern die Politik trotzdem bei der Entscheidung für Schütz mitgemischt hat, ist nicht klar. Laut dem Regierungsprogramm, in dem auch die Besetzung wichtiger Posten geregelt wurde, fällt SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler das Recht zu, Ettls Nachfolger zu bestimmen, nachdem zuvor ÖVP-Kanzler Christian Stocker im Fall von Kühnel am Zug gewesen war.

Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Unter 16 Bewerbungen für den Posten seien drei Personen zum Hearing eingeladen worden, schreibt die OeNB. Das OeNB-Direktorium habe sich einstimmig für Schütz ausgesprochen.

Die Buchungslage im heimischen Tourismus ist gut, auf den Erfolgen darf man sich laut Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) aber nicht ausruhen. Das sagte sie heute zum Start der Branchenveranstaltung Österreichischer Tourismustag (ÖTT) im Wiener Austria Center.

Im Fokus stehen Themen wie Digitalisierung, KI, die wirtschaftliche Stärkung der Betriebe und die Entwicklung in Richtung Ganzjahrestourismus.

„Der österreichische Tourismus ist erfolgreich, aber die Spielregeln haben sich geändert. Gute Nächtigungszahlen heißen nicht, dass die Erträge gut sein müssen“, sagte die Präsidentin der Wirtschaftskammer (WKO), Martha Schultz. Künstliche Intelligenz verändere den internationalen Wettbewerb grundlegend.

„Gast sucht heute anders als Gast von gestern“

„Der Gast sucht heute anders als der Gast von gestern“, bekräftigte die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusmarketingorganisation Österreich Werbung (ÖW), Astrid Steharnig-Staudinger. Wichtig sei es auch zu wissen, wie man die „Gen Z“ anspreche und erreiche.

Gestern hatte Zehetner die neue Tourismusstrategie namens „Vision T“ bis 2035 präsentiert. Darin sind Ziele wie die Steigerung der realen Wertschöpfung um zehn Prozent auf über 25 Mrd. Euro festgeschrieben.

„Wirtschaftspolitik geht in Österreich nur mit Tourismuspolitik“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Das klare Bekenntnis spiegle sich auch im jüngst beschlossenen Doppelbudget der Regierung wider.

ZIB2-Hinweis

Wie schätzt er Österreichs Chancen bei der Fußball-WM ein?

ÖFB-Team zum WM-Auftakt gegen Jordanien

Österreichs Fußballnationalteam gibt morgen (6.00 Uhr MESZ) nach 28 Jahren sein Comeback auf der großen WM-Bühne. Die ÖFB-Auswahl gilt in Santa Clara gegen Jordanien als klarer Favorit. Teamchef Ralf Rangnick ist sich der Rollenverteilung bewusst, warnte aber auch vor dem Gegner.

G-7 wollen Druck auf Russland erhöhen

Im Bemühen um ein Ende des Ukraine-Krieges haben die G-7-Staaten auf ihrem Gipfel in Frankreich den Druck auf Russland verstärkt und schärfere Sanktionen angekündigt. Nach monatelanger Beschäftigung mit dem Iran-Krieg zeigte sich heute im französischen Evian auch US-Präsident Donald Trump wieder bereit, auf ein Ende des Ukraine-Konflikts hinzuarbeiten.

Prozess gegen Imam wegen Verhetzung

Morgen beginnt der erste Strafprozess gegen einen Verdächtigen der „Operation Luxor“. Es war das eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Islamisten im November 2020, eine Woche nach dem Terroranschlag in Wien. Mehr als 70 Menschen wurden damals verdächtigt. Bisher allerdings ohne gerichtliches Nachspiel. Morgen steht erstmals ein Beschuldigter vor Gericht.

Stocker drängt auf Heeresreform

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) drängt auf Ergebnisse bei der Reform des Präsenzdienstes. Es sei genug geredet worden, nun müsse es zu Taten kommen, so Stocker heute. Das Militärbudget wird für die nächsten Jahre zwar erhöht, allerdings ist es weniger Geld als ursprünglich vorgesehen. Militärexperten sehen das kritisch.

Meteoritenfund im Burgenland

Im Garten einer Familie in Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Meteorit gefunden worden. Das einige Zentimeter große Gestein soll aus dem Weltall stammen und könnte bis zu 4,5 Milliarden Jahre alt sein.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Umwelt & Klima

Gute Nachrichten für den Sommer und die anstehende Hitze: Die Wasserqualität in Meeren, Flüssen und Seen Europas ist fast überall sehr hoch. 96 Prozent aller Badegewässer in der Europäischen Union erfüllten die Mindestqualitätsstandards, 85 Prozent seien „ausgezeichnet“, teilte die Europäische Umweltagentur heute mit. Die Wasserqualität blieb damit auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr.

Untersucht wurden für den Bericht mehr als 22.000 Badeorte in der EU sowie in Albanien und der Schweiz. Dabei wurde die Wasserqualität anhand der nachgewiesenen Bakterienkonzentration mit „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ bewertet.

Österreich auf Platz vier

Der Bericht bestätigte auch die hervorragende Wasserqualität in Österreich. Von den insgesamt 260 untersuchten heimischen Badestellen wurden 251 (96,5 Prozent) als „ausgezeichnet“ klassifiziert.

Nur eine Stelle, der Pleschinger See in Oberösterreich, wies eine „mangelhafte Badewasserqualität“ auf. Somit liegt Österreich gemessen am Anteil der als „ausgezeichnet“ klassifizierten Stellen wie im Vorjahr auf dem vierten Platz der 29 untersuchten Länder, so Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) in einer Aussendung.